21 March 2026, 10:34

VW-Werk Osnabrück sucht Rettung in der Rüstungsproduktion statt bei Autos

Eine große Volkswagen-Montagehalle mit zahlreichen Autos in verschiedenen Produktionsstadien, Metallstrukturen links und rechts, eine sichtbare Wand im Hintergrund und an der Decke angebrachte Lampen.

VW-Werk Osnabrück sucht Rettung in der Rüstungsproduktion statt bei Autos

Die Zukunft des Volkswagen-Werks in Osnabrück steht vor ungewisser Zukunft: Die Produktion der Porsche-Modelle endet 2025, und auch der VW T-Roc Cabrio wird bis Mitte 2027 eingestellt. Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Volkswagen, lotet nun neue Optionen aus, um den Standort zu erhalten – darunter eine mögliche Umstellung auf Rüstungsgüterproduktion.

Die Automobilbranche steht zunehmend unter Druck durch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte, etwa die neuen US-Zölle. Volkswagen passt sich – wie andere Hersteller auch – diesen Herausforderungen an und setzt gleichzeitig einen 2024 beschlossenen Sparplan um. Dieser sieht den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030 vor, schließt jedoch ausdrücklich Werksschließungen oder betriebsbedingte Kündigungen aus.

Cavallo lehnt Sparmaßnahmen ab, die die Belegschaft belasten würden, und setzt stattdessen auf alternative Lösungen – darunter Rüstungsaufträge. Die Idee knüpft an die bestehende Zusammenarbeit mit Rheinmetall an, die in den vergangenen fünf Jahren ausgebaut wurde. 2022 unterzeichneten beide Unternehmen eine Absichtserklärung zur Entwicklung militärischer Lkw und Logistikfahrzeuge. 2023 folgte ein Rahmenvertrag, der Rheinmetall die Nutzung der MAN-Militärfahrgestelle von Volkswagen für Fahrzeuge wie die Boxer-Familie ermöglichte.

Ein 2024 geschlossener Vertrag sicherte die Lieferung von über 1.000 Fahrgestellen für die Bundeswehr. Die Partnerschaft vertiefte sich 2025 weiter: Geplant ist die gemeinsame Produktion geschützter Logistikfahrzeuge im Rheinmetall-Werk Kassel und im Volkswagen-Standort München, mit ersten Auslieferungen ab 2026.

Cavallo argumentiert, Europa und Deutschland müssten ihre Abhängigkeit von externen Rüstungslieferanten verringern. Wird der Plan genehmigt, könnte das Osnabrücker Werk – das derzeit eine Produktionslücke droht – auf die Herstellung von Militärfahrzeugen umstellen und so eine neue Perspektive erhalten.

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Der Vorschlag, Osnabrück für die Rüstungsproduktion umzuwidmen, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Volkswagen Werksschließungen vermeiden und Arbeitsplätze sichern will. Mit bereits laufenden Projekten für Militärfahrzeuge verfügt der Konzern über die notwendige Infrastruktur und Partnerschaften, um in diesem Bereich zu expandieren. Die Entscheidung könnte nicht nur die Zukunft des Werks prägen, sondern auch den Forderungen nach einer stärkeren europäischen Verteidigungssouveränität entsprechen.

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