16 March 2026, 00:59

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen und streicht über 1.500 Stellen

Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt in Abschnitte für Erholung und wirtschaftliche Erholung, mit Unterabschnitten für verschiedene Branchen.

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen und streicht über 1.500 Stellen

Wacker Chemie verzeichnet ein schwieriges Jahr 2025 mit deutlichem Gewinn- und Umsatzrückgang

Wacker Chemie hat für das Jahr 2025 ein herausforderndes Geschäftsergebnis gemeldet: Der Konzern verzeichnete einen starken Rückgang bei Gewinnen und Umsätzen und schloss mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro ab. Hauptgrund dafür waren Sonderbelastungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro. Als Reaktion darauf hat das Unternehmen sein bisher umfangreichstes Sparprogramm gestartet.

Zu den Maßnahmen gehören erhebliche Stellenstreichungen sowie eine Neuausrichtung auf Wachstumsmärkte wie Halbleiter und Biotechnologie.

Der Gesamtumsatz des Konzerns sank 2025 um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) brach sogar um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein. Als Gründe nannte das Unternehmen geringere Absatzmengen, schwächere Preise, ungenutzte Produktionskapazitäten sowie weiterhin hohe Energiepreise in Deutschland.

Um diese Rückschläge zu bewältigen, führte Wacker Chemie im Oktober 2025 das Programm PACE ein. Damit sollen die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro gesenkt werden, vor allem in Produktion und Verwaltung. Im Rahmen des Plans werden weltweit über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut, wobei der Großteil der Kürzungen Deutschland betrifft.

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten verzeichnete das Unternehmen in zentralen Bereichen Fortschritte: In den vergangenen drei Jahren wurde die Siliziumproduktion am Standort Nünchritz ausgebaut, wodurch der Marktanteil im Halbleitersektor um etwa 15 Prozent gesteigert werden konnte. Die Nachfrage aus der KI- und Automobilbranche trieb dieses Wachstum voran und ermöglichte es Wacker, Wettbewerber wie OCI N.V. zu überflügeln, die in Südkorea mit Produktionsproblemen kämpften. Unterdessen hielt die Tokuyama Corporation einen stabilen Marktanteil von rund 20 Prozent.

Für das Jahr 2026 erwartet Wacker Chemie ein moderates Wachstum mit einem Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA wird auf einen Korridor zwischen 550 und 700 Millionen Euro prognostiziert. Allein für das erste Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro und einem EBITDA zwischen 140 und 160 Millionen Euro.

Aufgrund des Nettoverlusts werden Vorstand und Aufsichtsrat vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Aktionären, die auf der Hauptversammlung abstimmen werden.

Mit den Sparmaßnahmen und der strategischen Fokussierung auf Halbleiter und Biotechnologie strebt Wacker Chemie an, in den kommenden Jahren wieder profitabel zu werden. Zwar hat das Unternehmen seine Marktposition bei Silizium gestärkt, doch die breitere finanzielle Erholung hängt von einer Verbesserung bei Absatz, Preisen und Energiepreisen ab. Die Aktionäre werden bald über die Aussetzung der Dividende für 2025 entscheiden.

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