20 March 2026, 20:02

Warken plant Revolution im Gesundheitssystem: Apotheken übernehmen Ärzteaufgaben

Eine Apothekerin in weißer Schürze hält eine Flasche, während sie mit einem Kunden in einer Apotheke spricht.

Warken plant Revolution im Gesundheitssystem: Apotheken übernehmen Ärzteaufgaben

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ruft Ärzte zur Unterstützung weitreichender Reformen im Gesundheitssystem auf. Die geplanten Änderungen sehen vor, Apotheken eine größere Rolle in der Patientenversorgung einzuräumen – von Impfungen bis hin zum Management chronischer Erkrankungen. Warken betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit, da die Reform der Notfallversorgung im Frühjahr in die Kabinettsberatungen geht.

Im Rahmen der Apothekenreform würden Apotheker Aufgaben übernehmen, die bisher Ärzten vorbehalten waren. Dazu gehören die Verabreichung von Totimpfstoffen, die Durchführung von Schnelltests sowie die Früherkennung chronischer Krankheiten. In bestimmten Fällen könnten sie sogar verschreibungspflichtige Medikamente ohne vorherige ärztliche Genehmigung abgeben.

Warken verwies auf andere europäische Länder, in denen ähnliche Reformen bereits umgesetzt wurden. Seit 2015 haben Staaten wie Großbritannien, Portugal und Frankreich den Leistungskatalog von Apotheken erweitert, um Impfungen, die Behandlung leichter Erkrankungen und diagnostische Checks abzudecken. In der Schweiz und den Niederlanden übernehmen Apotheker mittlerweile die Betreuung bei chronischen Medikamenten sowie die Abgabe der "Pille danach" ohne Rezept. Diese zwischen 2015 und 2023 schrittweise eingeführten Änderungen sollen die Ärzte entlasten und den Zugang zur Grundversorgung verbessern.

Neben der Apothekenreform hob Warken die Bedeutung eines flächendeckenden, leistungsfähigen ambulanten Versorgungssystems hervor. Sie forderte einen strukturierten Rahmen für die primärärztliche Versorgung, um die ambulanten Dienste zu stärken. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung: Geplant sind der Ausbau von E-Überweisungen, digitalen Anamnesen und elektronischen Patientenakten. Auch eine effizientere Patientensteuerung und Terminvergabe soll helfen, Ressourcen im Gesundheitswesen zu schonen.

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Obwohl sie möglichen Widerstand seitens der Ärzteschaft anerkannte, warb Warken für einen offenen Dialog. Sie zeigte sich zuversichtlich, eine ausgewogene Lösung zu finden, die Bedenken aufgreift und gleichzeitig die Reformen vorantreibt.

Die geplanten Reformen würden das Aufgabenfeld der Apotheken im deutschen Gesundheitssystem grundlegend verändern. Bei einer Umsetzung könnten sie die Arbeitsbelastung der Ärzte verringern und den Patientenzugang zu wichtigen Leistungen verbessern. Die Reform der Notfallversorgung soll im kommenden Frühjahr vom Kabinett beraten werden.

Quelle