Wie KI den Autohandel revolutioniert – und warum Händler jetzt handeln müssen
Lina SeidelWie KI den Autohandel revolutioniert – und warum Händler jetzt handeln müssen
Rund 200 Branchenexperten trafen sich kürzlich, um über die Zukunft von KI im Autohandel zu diskutieren. Die vom TÜV Nord unter Leitung von Hartmut Abeln ausgerichtete Veranstaltung unterstrich die wachsende Bedeutung digitaler Werkzeuge im Automobilhandel. Die Teilnehmer loteten aus, wie Händler durch den Einsatz von Technologie besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen können.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand eine KI-Studie, die Christian Stallkamp von Muuuh! und Steven Zielke von der mobilApp GmbH vorstellten. Gemeinsam mit AUTOHAUS-Chefredakteur Hartmut Abeln diskutierten sie digitale Trends im Fahrzeugverkauf. Ein zentrales Ergebnis: Nur ein Drittel der Autohäuser bietet derzeit Self-Service-Portale an, doch weitere 22 Prozent planen, diese innerhalb der nächsten zwei Jahre einzuführen.
Trotz des Vorstoßes in Richtung digitaler Lösungen stehen mehr als die Hälfte der Händler und fast 60 Prozent der Käufer dem vollständigen Online-Kauf von Fahrzeugen noch skeptisch gegenüber. Dennoch zeigten sich fast die Hälfte der Kunden offen für KI-gestützte Beratungen, und 80 Prozent könnten sich eine digitale Fahrzeugzulassung vorstellen. Die Studie ergab zudem, dass KI-Chats die Kosten für Terminbuchungen um bis zu 75 Prozent senken könnten – bei gleichzeitig gestiegener Effizienz und Kundenzufriedenheit.
Abeln betonte, dass Autohäuser digitale Kompetenzen ausbauen müssten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zwar seien persönliche Besuche für fast die Hälfte der Käufer nach wie vor entscheidend, doch die Branche müsse sich an die wachsenden Erwartungen an digitale Kommunikation und Self-Service-Angebote anpassen. Die Experten waren sich einig: KI-Tools müssen echten Mehrwert bieten, um wirksam und gut angenommen zu werden.
Stand Anfang 2026 gibt es noch keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele deutsche Autohäuser eine vollständige digitale Zulassung anbieten. Doch die Bemühungen der Regierung, die digitale Infrastruktur auszubauen, deuten auf einen deutlichen Anstieg bis 2028 hin – als Teil umfassender Modernisierungspläne.
Die Veranstaltung machte deutlich: KI und digitale Werkzeuge verändern den Automobilhandel grundlegend. Händler, die diese Entwicklungen nutzen, könnten von geringeren Kosten, höherer Effizienz und besseren Kundenerlebnissen profitieren. Wer sich hingegen zu langsam anpasst, dürfte Schwierigkeiten haben, die sich wandelnden Erwartungen der Käufer in einem zunehmend digitalisierten Markt zu erfüllen.