23 March 2026, 12:36

Wiener Aktionsmuseum eröffnet mit kritischer Otto-Muehl-Ausstellung statt Retrospektive

Ein Raum im Städtischen Museum Amsterdam, der verschiedene Kunstwerke, darunter Gemälde, Objekte, eine Glasvitrine, Informationsschilder, Türen und Deckenleuchten zeigt.

Wiener Aktionsmuseum eröffnet mit kritischer Otto-Muehl-Ausstellung statt Retrospektive

Das Wiener Aktionsmuseum eröffnet mit neuem Ausstellungskonzept neu

Eine geplante Retrospektive der Werke Otto Muehls wurde nach öffentlicher Kritik abgesagt. Stattdessen zeigt das Museum ausgewählte Schaffensphasen des Künstlers und setzt sich dabei mit seiner kriminellen Vergangenheit auseinander.

Die Entscheidung fällt zusammen mit der Ankündigung von Kulturminister Andreas Babler, der ein neues Expert:innengremium einsetzt, das sich mit der Aufarbeitung gewaltbezogener Kunst befassen soll.

Ursprünglich wollte das Museum eine umfassende Retrospektive zu Muehl präsentieren, der in den 1990er-Jahren wegen sexueller Straftaten verurteilt worden war. Nach massiver Kritik wurde das Vorhaben jedoch verworfen. Die überarbeitete Ausstellung wird nun bestimmte Werkphasen des Künstlers in den Mittelpunkt stellen und dabei künstlerische Qualität mit der notwendigen Auseinandersetzung mit seinen Verbrechen verbinden.

Ein neu gebildeter Beirat wird künftig Institutionen dabei beraten, wie mit umstrittenen Kunstwerken umgegangen werden soll. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Rechte von Gewaltopfern zu wahren und Wege zu finden, solche Werke kritisch zu kontextualisieren. Parallel zur Neueröffnung wird das Museum eine Ausstellung zu Hermann Nitschs frühen Werken zeigen.

Museumsdirektor Klaus Albrecht Schröder wird zudem über die jüngsten Renovierungsarbeiten sprechen. Die Umgestaltung zielt darauf ab, die Räumlichkeiten zu modernisieren und gleichzeitig ethische Fragen im Umgang mit den Sammlungsbeständen zu klären.

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Die Absage der Muehl-Retrospektive markiert einen Wandel im Umgang des Museums mit problematischen Künstlerpersönlichkeiten. Das Expert:innengremium wird künftig ähnliche Fälle prüfen und sicherstellen, dass zukünftige Ausstellungen sowohl den künstlerischen Wert als auch die ethische Verantwortung berücksichtigen. Die Neueröffnung des Wiener Aktionsmuseums wird diese neuen Leitlinien widerspiegeln.

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