16 March 2026, 10:43

Belgien sucht Dialog mit Moskau – doch die Ukraine-Spaltung bleibt

Eine Karte von Belgien mit den französischen Provinzen in verschiedenen Farben hervorgehoben, einschließlich Text, der die Namen und Grenzen der Provinzen beschreibt.

Belgien sucht Dialog mit Moskau – doch die Ukraine-Spaltung bleibt

Belgiens Haltung gegenüber Russland hat sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich gewandelt. Ministerpräsident Alexander De Croo fordert nun einen direkten Dialog mit Moskau, um den Konflikt zu beenden. Seine Äußerungen spiegeln wachsende Bedenken wider, dass Europa seine Unterstützung für die Ukraine ohne Rückendeckung der USA nicht aufrechterhalten kann.

Als Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte, verfolgte Belgien eine harte Linie. Das Land unterstützte die EU-Sanktionen, fror russische Zentralbankvermögen ein, die bei Euroclear in Brüssel verwahrt wurden, und arbeitete mit Frankreich zusammen, um russische Öltanker in der Nordsee abzufangen. Diese Haltung war eine deutlichere Reaktion als 2014, als Belgien auf die Annexion der Krim durch Russland noch zurückhaltender reagiert hatte.

Bis 2026 änderte sich unter Ministerpräsident Bart De Wever der Ton. De Wever argumentierte, Europa verfüge weder über die militärische noch über die wirtschaftliche Stärke, um Russland allein unter Druck zu setzen – insbesondere ohne volle Unterstützung der USA. Er setzte sich für EU-geführte Verhandlungen zur Beendigung des Krieges ein und verwies auf die praktischen Grenzen von Sanktionen und die Abhängigkeit von Energieimporten.

Ministerpräsident De Croo griff diese Wende auf und betonte, Europa könne Russland "wirtschaftlich nicht würgen". Gleichzeitig warnte er, dass die finanzielle und militärische Hilfe der EU für die Ukraine ohne die Beteiligung der USA ins Stocken geraten werde. Sein Aufruf zu Gesprächen mit Moskau steht damit im Kontrast zu früheren Positionen.

Außenministerin Hadja Lahbib zeigt sich hingegen zurückhaltend. Sie besteht darauf, dass der wirtschaftliche Druck auf Russland aufrechterhalten werden müsse, damit Verhandlungen überhaupt glaubwürdig seien. Lahbib warnte zudem, eine zu frühe Normalisierung der Beziehungen würde europäische Schwäche zeigen und die Einheit der Mitgliedstaaten gefährden.

Belgien hat sich damit von einer klaren Ablehnung Russlands hin zu einer Suche nach einer verhandelten Lösung bewegt. Die Regierung betont zwar den Bedarf an Dialog, erkennt aber weiterhin die Herausforderungen an, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten. Die Debatte unterstreicht, wie begrenzt Europas Handlungsmöglichkeiten ohne anhaltende Unterstützung der USA sind.

Lesen Sie auch:

Quelle