Busfahrer Ekkehard Spiegel kämpft für bessere BVG-Arbeitsbedingungen und kandidiert fürs Abgeordnetenhaus
Hannah RichterBusfahrer Ekkehard Spiegel kämpft für bessere BVG-Arbeitsbedingungen und kandidiert fürs Abgeordnetenhaus
Ekkehard Spiegel, Busfahrer bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), meistert derzeit eine doppelte Herausforderung: Er kandidiert als Direktbewerber für den Wahlkreis Friedrichshain bei den anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus. Selbst im Falle eines Wahlsiegs will er jedoch weiter Bus fahren – mit ein oder zwei Schichten pro Woche.
Sein Engagement für den öffentlichen Nahverkehr beschränkt sich nicht auf das Steuer. Spiegel ist zudem Betriebsratsvertreter für die Gewerkschaft Verdi und setzt sich in den laufenden Tarifverhandlungen mit der BVG für bessere Arbeitsbedingungen ein.
Seit zweieinhalb Jahren lenkt Spiegel Busse – nach einer 30-jährigen Karriere in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Die Linie 165, die vom Müggelschloßchenweg in Köpenick bis zum Märkischen Museum in Mitte verkehrt, nennt er seine "Lieblingslinie". Doch der Job ist belastend: enge Umlaufzeiten, Beinahe-Unfälle und schwierige Fahrgastbegegnungen setzen ihm zu. Trotz des ständigen Umgangs mit Menschen fühlt er sich während der Schichten oft isoliert.
Die Gewerkschaft Verdi, in der Spiegel die Belegschaft vertritt, verhandelt derzeit mit der BVG über Verbesserungen. Zu den zentralen Forderungen gehören längere Mindestaufenthaltszeiten an den Endhaltestellen. Bereits drei Warnstreiks haben stattgefunden; weitere Aktionen sind vor der nächsten Verhandlungsrunde am 19. und 20. März nicht zu erwarten.
Neben seinem Fahrdienst teilt Spiegel sein Wissen bei einer Veranstaltung der Helle Panke. Die Diskussion widmet sich der Geschichte und dem aktuellen Zustand des Berliner Busnetzes – ein Thema, das seine tiefe Verbundenheit mit dem System widerspiegelt, dem er täglich dient.
Spiegels Doppelleben als Kandidat und Busfahrer verdeutlicht die Belastungen, denen BVG-Mitarbeiter ausgesetzt sind. Das Ergebnis der Verdi-Verhandlungen könnte die Arbeitsbedingungen für Fahrer wie ihn prägen. Gleichzeitig halten ihn sein Wahlkampf und sein gewerkschaftliches Engagement fest verankert in Politik und öffentlichem Nahverkehr.
Vierter BVG-Streik endet; Neue Verhandlungen wegen ungelöster Konflikte angesetzt
Der jüngste 48-stündige Warnstreik von Verdi endete am 1. März 2026, aber Spannungen bleiben ungelöst. Wichtige Entwicklungen sind:
- Ein zweiter Streik in dieser Runde folgte einer 24-stündigen Aktion im Februar.
- Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 4.-5. März angesetzt, ohne dass eine Lösung in Sicht ist.
- Verdi fordert eine Mindestumlaufzeit von 6 Minuten, was BVG als nicht durchführbar ansieht.