Chicagos gescheitertes Verbot von Videospielautomaten spaltet den Stadtrat
Lina SeidelChicagos gescheitertes Verbot von Videospielautomaten spaltet den Stadtrat
Chicagos Vorstoß, Videospielautomaten (VGTs) in sechs Bezirken zu verbieten, ist gescheitert, nachdem ein wichtiger Ausschuss des Stadtrats (City Council, CCC) die vorgeschlagenen Verordnungen abgelehnt hat. Die Entscheidung löste heftige Reaktionen aus – Stadtrat Jason Ervin bezeichnete die Abstimmung als beispiellos in seinen 15 Jahren im Rat. Gleichzeitig stützt sich der Haushalt der Stadt für 2026 auf Millionen an Einnahmen aus diesen neu legalisierten Automaten.
Der CCC-Ausschuss stimmte mit 16 zu 2 und 14 zu 3 gegen das Verbot der VGTs und brach damit mit einer langjährigen Tradition, die es Stadträten ermöglicht, Lizenzen in ihren eigenen Bezirken selbst zu regeln. Ervin, ein enger Verbündeter von Bürgermeister Brandon Johnson, verurteilte den Schritt als Bruch des sogenannten "aldermanic prerogative" – des Rechts der Bezirksvertreter auf lokale Entscheidungshoheit. Später beschrieb er die Reaktion seiner Kollegen als "wütend und fassungslos".
Befürworter des Verbots argumentierten, die Automaten würden Gemeinden schaden, während Gegner betonten, die Geräte würden lokale Unternehmen und die Stadtkasse stärken. Stadtrat Anthony Beale (9. Bezirk) wies den Verbotsversuch als politisches Manöver zurück, um den Haushalt zu untergraben – dieser sieht 6,8 Millionen Dollar aus VGT-Einnahmen vor. Der Finanzplan geht davon aus, dass 80 % der berechtigten Betriebe – etwa 3.300 Bars und Restaurants – eine Lizenz beantragen werden.
Erst im vergangenen Monat hatte Beale eine Resolution gebilligt, die der Illinois Gaming Board (IGB) erlaubt, Anträge für VGTs zu bearbeiten. Bisher gingen bei der Behörde 207 Anfragen von Chicaguer Standorten ein. Es gibt keine Aufzeichnungen über ähnliche Automaten in den Vorstädten der Stadt.
Mit der abgelehnten Verbotsinitiative können die VGTs nun in den sechs Bezirken eingeführt werden – die Stadt setzt auf die Einnahmen. Die unterstützenden Stadträte hoffen, dass die Terminals kämpfenden Betrieben helfen. Die Entscheidung schafft zudem einen Präzedenzfall, indem sie die lokale Kontrolle der Bezirke über Lizenzen außer Kraft setzt.






