18 March 2026, 18:30

Deutsche Apotheken kämpfen mit Verlusten bei Dosierleistungen trotz Rekordnachfrage

Der Eingang einer Apotheke mit einem Schild, auf dem "Apotheke" steht, auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite und beleuchteten Lampen auf dem Dach.

Deutsche Apotheken kämpfen mit Verlusten bei Dosierleistungen trotz Rekordnachfrage

Neue Studie zeigt finanzielle Not deutscher Apotheken bei individuellen Dosierleistungen (pDL)

Eine aktuelle Untersuchung macht die wirtschaftlichen Schwierigkeiten deutscher Apotheken bei der Erbringung persönlicher Dosierleistungen (pDL) deutlich. Trotz einer stetig steigenden Nachfrage seit 2012 schreiben viele Apotheken bei zentralen Angeboten wie Bluthochdruck-Risikochecks Verluste. Über eine halbe Milliarde Euro der für das Programm vorgesehenen Mittel bleiben ungenutzt – die Zukunftsfähigkeit steht damit infrage.

Das pDL-Programm wurde 2012 ins Leben gerufen, um in Apotheken maßgeschneiderte Medikamentenberatung anzubieten. Die Inanspruchnahme stieg stark an: von 1,5 Millionen Leistungen im ersten Jahr auf rund 25 Millionen im Jahr 2024. Die jährlichen Zuwächse lagen im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent.

Doch die Rentabilität bleibt ein zentrales Problem. Bei Bluthochdruck-Risikochecks, für die pro Leistung 11,20 Euro gezahlt werden, erwirtschaftet nur ein Drittel der Apotheken Gewinne. Mehr als die Hälfte arbeitet mit diesen Untersuchungen defizitär. Die Freie Apothekerschaft (FA) betont, dass Apotheken zwar über die nötige Expertise verfügen, die aktuellen Vergütungen die Kosten jedoch selten decken.

Neben finanziellen Hürden kämpfen Apotheken mit praktischen Hindernissen: Personalmangel, hoher bürokratischer Aufwand, Platzengpässe und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen verschärfen die Situation. Die Studie warnt zudem davor, ungenutzte pDL-Mittel in allgemeine Apothekenpauschalen umzuwidmen – dies könnte die langfristige Struktur des Programms untergraben.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert nun höhere pDL-Honorare. Ohne nachhaltige Finanzierung, so die Argumentation, sei die flächendeckende Verfügbarkeit dieser Leistungen gefährdet.

Mit 537 Millionen Euro ungenutzten pDL-Mitteln hängt die Zukunft des Programms davon ab, die geringe Nachfrage und die finanziellen Engpässe zu überwinden. Apotheker:innen betonen, dass ohne fairere Bezahlung und weniger Bürokratie viele die Angebote nicht weiter aufrechterhalten können. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf in der Gesundheitspolitik, um die pDL als Säule der Patientenversorgung zu sichern.

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AKTUALISIERUNG

Growth in pDL Services Highlights Uneven Adoption

New quarterly data reveals continued expansion of pharmacy-based health services in Germany. By Q3 2025, 8,800 pharmacies (up from 7,900 in 2024) delivered 216,000 pDL services—140% more than the previous year. However, two of the five available services remain underutilised, with inhalation training and medication counselling dominating offerings. This pattern suggests structural challenges persist despite rising participation.

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Quelle