Cum-Ex-Skandal: Neue Verhandlung um 40 Millionen Euro von Ex-Bankchef Olearius
Mila VoigtCum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - Cum-Ex-Skandal: Neue Verhandlung um 40 Millionen Euro von Ex-Bankchef Olearius
In Deutschland nimmt der größte mutmaßliche Steuerbetrugsfall des Landes, der Cum-Ex-Skandal, eine neue juristische Wendung. Das Landgericht Bonn muss nun die Einziehung von 40 Millionen Euro von Christian Olearius, dem ehemaligen Co-Vorsitzenden der M.M. Warburg Bank, neu prüfen. Seine Rolle in dem System bleibt umstritten – obwohl die strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn fallen gelassen wurden.
Jahre lang führte Olearius die M.M. Warburg Bank, was ihn ins Zentrum des Cum-Ex-Skandals rückte. In den 2000er-Jahren konstruierte die Bank komplexe Aktiendividenden-Geschäfte, um rechtliche Grauzonen auszunutzen. Durch diese Deals konnten mehrere Beteiligte für dieselben Aktien Steuererstattungen beantragen – auf Kosten des deutschen Staates in Milliardenhöhe.
Die Staatsanwaltschaft wirft Olearius vor, eine Schlüsselrolle bei der Organisation dieser Transaktionen gespielt zu haben. Nun treibt sie die Beschlagnahmung der 40 Millionen Euro voran, die sie als illegale Gewinne aus dem System einstuft. Ein Strafverfahren wegen schweren Steuerbetrugs gegen ihn wurde jedoch aufgrund seines Gesundheitszustands endgültig eingestellt.
Der Fall nahm eine überraschende Wende, als der Bundesgerichtshof ein früheres Urteil des Bonner Landgerichts kippte. Eine neue Verhandlung soll nun über die Einziehung entscheiden. Olearius selbst muss dabei nicht anwesend sein.
Die anstehende Anhörung wird klären, ob die 40 Millionen Euro tatsächlich eingezogen werden. Die Entscheidung schreibt ein weiteres Kapitel in dem langjährigen Cum-Ex-Skandal, der bereits zu hohen Strafen für Banken und laufenden Ermittlungen geführt hat. Rechtliche Fragen zu Olearius' Verstrickung bleiben weiterhin ungeklärt.






