Deutscher Streaming-Betrugsring nach Klagen der Musikindustrie geschlossen
Emil LangeDeutscher Streaming-Betrugsring nach Klagen der Musikindustrie geschlossen
Großer deutscher Streaming-Manipulationsdienst nach Klagen der Musikindustrie geschlossen
Ein bedeutender deutscher Anbieter für die künstliche Aufblähung von Streaming-Zahlen ist nach rechtlichen Schritten von Musikbranchenverbänden vom Netz genommen worden. Die Plattform SP-Onlinepromotion.com verkaufte gefälschte Abspielzahlen, Views und Streams, verzerrte damit die Charts und beeinflusste die Ausschüttung von Tantiemen. Die Schließung ist Teil einer breiter angelegten Offensive gegen betrügerische Machenschaften im digitalen Musikmarkt.
Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hatten gemeinsam gegen SP-Onlinepromotion.com vorgegangen. Die Seite manipulierte künstlich Streaming-Daten, schädigte damit Künstler und täuschte Fans. Den Betreibern ist es nun rechtlich untersagt, derartige Dienstleistungen erneut anzubieten.
Seit 2020 hat die IFPI weltweit über 50 ähnliche Anbieter schließen lassen. Zu den jüngsten Zielen zählten 14 große Plattformen, darunter über Cloudflare gehostete Seiten sowie VPN-basierte Botnetze in Europa und Nordamerika. Bereits früher waren deutsche Dienste wie socialnow.de, socialgeiz.de und followerschmiede.de lahmgelegt worden.
IFPI-Generaldirektorin Frances Moore bezeichnete Streaming-Manipulation als Betrug, der echte Nutzerinteraktionen untergrabe. Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, betonte die Notwendigkeit eines fairen Streaming-Marktes: "Solche Manipulationen schaden nicht nur den Einnahmen, sondern auch dem Vertrauen der Fans." Die IFPI vertritt mehr als 8.000 Plattenfirmen weltweit und setzt sich für die Wertschätzung aufgezeichneter Musik ein.
Die Abschaltung von SP-Onlinepromotion.com markiert einen weiteren Schritt im Kampf der Branche gegen künstlich generierte Streams. Rechtliche Maßnahmen stellen sicher, dass die Verantwortlichen keine betrügerischen Aktivitäten mehr aufnehmen können. Künstler und Labels profitieren nun von faireren Chart-Platzierungen und einer präziseren Verteilung der Tantiemen.






