Gewalt gegen Journalist:innen in Deutschland erreicht neuen Höchststand bis 2025
Emil LangeGewalt gegen Journalist:innen in Deutschland erreicht neuen Höchststand bis 2025
In Deutschland hat sich die Zahl der Angriffe auf Journalisten in den letzten Jahren drastisch erhöht. Die Gewaltvorfälle gegen Medienvertreter:innen verdoppelten sich zwischen 2023 und 2025 nahezu. Dieser Trend fällt mit einem Rückgang in der Rangliste der Pressefreiheit zusammen.
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 25 Übergriffe auf Medienfachleute registriert. Im Folgejahr stieg die Zahl auf 46. Bis 2025 erhöhte sie sich weiter auf 54 gewalttätige Straftaten gegen Journalist:innen.
Eine Analyse der Motive zeigte ein Gemisch extremistischer Einflüsse: Neun der Angriffe im Jahr 2025 standen in Verbindung mit rechtsextremen Gruppen, 15 gingen auf linksextreme Ideologien zurück, während 26 mit ausländischen extremistischen Überzeugungen in Zusammenhang gebracht wurden.
Im World Press Freedom Index 2026 belegte Deutschland Platz 14 – drei Ränge schlechter als im Vorjahr. Nur sieben Länder erhielten in dem Bericht die Bewertung „gut“. Norwegen sicherte sich den Spitzenplatz, während Eritrea das Schlusslicht bildete. Mehr als die Hälfte der 180 bewerteten Staaten wurden als „schwierig“ oder „sehr ernst“ für die Arbeit von Journalist:innen eingestuft.
Der Anstieg der Gewalt hat zu Deutschlands sinkender Platzierung in der Pressefreiheit beigetragen. Das Land findet sich damit erstmals nicht mehr unter den Top 10 der weltweiten Rangliste. Die Daten unterstreichen die wachsenden Risiken für Medienvertreter:innen in zunehmend feindseligen Umfeldern.
