Greg Abbott will Grundsteuern in Texas radikal senken – doch wer zahlt die Zeche?
Lina SeidelGreg Abbott will Grundsteuern in Texas radikal senken – doch wer zahlt die Zeche?
Texaner Gouverneur Greg Abbott plant radikale Senkung der Grundsteuern
Bei einem Auftritt im Galveston County am Dienstag skizzierte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, ehrgeizige Pläne zur drastischen Senkung der Grundsteuern im gesamten Bundesstaat. Er argumentierte, lokale Regierungen und Schulbezirke könnten ihre Ausgaben kürzen, ohne dabei die Leistungseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Zu seinen Vorschlägen gehören weitreichende Reformen der Schulfinanzierung sowie neue Obergrenzen für Steuererhöhungen.
Abbott traf sich mit den Kommissaren des Galveston County und Vertretern der Öl- und Gasindustrie, um seine Steuer senkende Agenda voranzutreiben. Dabei stellte er die Region als Vorbild hin – hier seien die Grundsteuersätze in den vergangenen 15 Jahren um fast 50 Prozent gesenkt worden. Der Gouverneur behauptete, wenn andere Countys diesem Beispiel folgten, könnten sich die Steuernachzahlungen für Hauseigentümer mehr als halbieren.
Aktuell entrichten texanische Hausbesitzer etwa 55 bis 60 Prozent ihrer Grundsteuern an die Schulbezirke – ein Anteil, der in den letzten fünf Jahren um 5 bis 7 Prozentpunkte gestiegen ist. Dieser Anstieg übertrifft die Entwicklungen in Bundesstaaten wie Kalifornien und Florida, wo die steuerliche Belastung durch Schulen langsamer gewachsen ist. Abbott machte die steigenden Ausgaben der lokalen Schulbezirke für den Anstieg verantwortlich und forderte, dass der Staat diese Kosten vollständig übernehmen solle.
Ein zentraler Bestandteil seines Plans ist ein mit einer Milliarde Dollar ausgestattetes Gutscheinprogramm, das Familien ermöglichen soll, öffentliche Mittel für den Besuch privater Schulen zu nutzen. Zudem schlug er vor, die Grundstücksbewertungen zu deckeln und künftige lokale Steuererhöhungen von einer Volksabstimmung abhängig zu machen. Diese Ideen knüpfen an ein Wahlkampfversprechen vom letzten Jahr an, die Grundsteuern für Schulen vollständig abzuschaffen.
Doch der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der öffentliche Schulen unter wachsendem finanziellen Druck stehen. Viele Bezirke fordern seit Langem mehr Unterstützung vom Staat und warnen, dass drastische Kürzungen die Bildungsqualität gefährden könnten.
Abbotts Reformen würden die Finanzierung der Schulen von den Hausbesitzern auf den Staat verlagern. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Art und Weise, wie Texas Bildung und lokale Dienstleistungen finanziert, grundlegend verändern. Der Erfolg des Plans hängt jedoch davon ab, ob die Abgeordneten im nächsten Legislaturzeitraum bereit sind, weitreichende Änderungen im Haushalt zu beschließen.






