18 March 2026, 16:01

Hafenplatz in Berlin: Insolvenz droht – und der Bezirk greift radikal ein

Altes Buch mit detaillierten Architekturplänen und Text, das den ursprünglichen Entwurf für die Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg enthält.

Hafenplatz in Berlin: Insolvenz droht – und der Bezirk greift radikal ein

Die Zukunft des Berliner Wohnkomplexes Hafenplatz ist durch finanzielle Schwierigkeiten und rechtliche Schritte gegen den Projektentwickler in die Ungewissheit geraten. Das Gelände, eines der größten innerstädtischen Bauvorhaben der Hauptstadt, steht nun vor einem Insolvenzverfahren und strengeren Bezirksschutzbestimmungen, die die ursprünglichen Abrisspläne blockieren.

Die Behörden in Friedrichshain-Kreuzberg haben eingriffen, um das Ensemble mit 720 Wohnungen zu sichern – unter anderem durch Maßnahmen gegen Verwahrlosung und zur Durchsetzung steuerlicher Pflichten.

Erste Anzeichen für die Probleme am Hafenplatz zeigten sich im Spätsommer 2025. Berichten zufolge hatten die Eigentümer Versorgungsrechnungen nicht beglichen, sodass Bewohner ohne grundlegende Leistungen dastanden. Der Bezirk sprang ein und beglich eine ausstehende Wasserrechnung in Höhe von 70.000 Euro, um Versorgungsengpässe abzuwenden.

Im November verhängte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg dann eine städtebauliche Erhaltungsverordnung über den gesamten Komplex. Damit stoppte es die Pläne des Entwicklers, die pyramidenförmigen Bauten aus den 1970er-Jahren abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen. Stattdessen setzte sich die Verwaltung für eine schrittweise, behutsame Nachverdichtung ein, um die bestehende Bausubstanz zu erhalten.

Die finanzielle Krise spitzte sich weiter zu, als das Finanzamt Friedrichshain-Kreuzberg wegen ausstehender Grundsteuern die Zwangsvollstreckung einleitete. Die Behörden bereiteten zudem vor, das Gelände unter Zwangsverwaltung zu stellen, um die Bewirtschaftung zu sichern. Den vorläufigen Höhepunkt bildete schließlich der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen die Gamma Invest Berlin GmbH, das hinter der Umgestaltung stehende Unternehmen.

Die Gamma Invest, mehrheitlich im Besitz der Hedera Group, stand bereits zuvor in der Kritik, weil sie Bauverträge nicht einhielt und Projekte unvollendet ließ. Angesichts des finanziellen Kollapses und der verschärften Schutzmaßnahmen des Bezirks gelten die geplanten Abriss- und Neubauvorhaben nun als unwahrscheinlich.

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Bereits im April 2025 hatte der Bezirk das Milieuschutzgebiet "Kreuzberg-Nord" erweitert und damit auch den Hafenplatz unter strengeren Schutz gestellt. Das 21.250 Quadratmeter große Areal zählt zwar nach wie vor zu den bedeutendsten städtebaulichen Entwicklungschancen Berlins – doch sein weiterer Weg hängt nun von rechtlichen und verwaltungstechnischen Entscheidungen ab, nicht mehr von der ursprünglichen Umgestaltungsvision.

Das Insolvenzverfahren gegen die Gamma Invest Berlin GmbH lässt den Hafenplatz in der Schwebe. Da die Abrisspläne blockiert sind und die finanziellen Probleme ungelöst bleiben, sorgt die Erhaltungsverordnung des Bezirks vorerst dafür, dass der Komplex nicht radikal verändert wird.

Bewohner und Verantwortliche müssen nun eine Phase der Unsicherheit durchstehen – die Zukunft des Geländes hängt von gerichtlichen Urteilen und möglichen neuen Managementlösungen ab.

Quelle