18 March 2026, 00:39

Hessischer Staatsgerichtshof kämpft mit Rekord: 50 Prozent mehr Verfahren im Jahr 2025

Eine gro├če Gruppe von Menschen steht vor einem Geb├Ąude, einige halten Schilder und tragen Helme, mit einem Pfahl mit einer Schildertafel im Vordergrund und einem Baum im Hintergrund, scheinbar protestierend.

Zwei AfD-Abgeordnete klagen gegen Geldbu├čen nach stürmischen Sitzungen - Hessischer Staatsgerichtshof kämpft mit Rekord: 50 Prozent mehr Verfahren im Jahr 2025

Hessischer Staatsgerichtshof verzeichnet starken Anstieg der Verfahren – 50 Prozent mehr Neueingänge 2025

Der Hessische Staatsgerichtshof erlebt einen deutlichen Anstieg seiner Tätigkeit: Die Zahl der neuen Verfahren stieg 2025 um über 50 Prozent. Mit 55 Neuanmeldungen im vergangenen Jahr verzeichnet das Gericht einen spürbaren Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren. Zu den anhängigen Fällen zählen unter anderem Streitigkeiten zweier AfD-Abgeordneter, die wegen umstrittenen Äußerungen mit Bußgeldern belegt wurden.

Die beiden Landtagsabgeordneten Johannes Marxen und Frank Grobe wehren sich gegen Disziplinarstrafen in Höhe von jeweils 750 Euro. Ihre Klagen sind Teil eines breiteren Anstiegs der Rechtsstreitigkeiten vor dem Gericht, zu denen auch eine viel beachtete Beschwerde gegen die für April 2026 geplanten Verkehrsreformen gehört.

Laut dem Präsidenten des Gerichts, Wilhelm Wolf, spiegelt der Anstieg der Verfahren ein wachsendes Bewusstsein für die Rolle des Staatsgerichtshofs wider. 2025 stieg die Zahl der abgeschlossenen Fälle um rund 40 Prozent – von 33 im Jahr 2024 auf 47. Dieser Trend zeigt sich auch in der anstehenden Verhandlung am 15. April 2026, bei der das Volksbegehren "Verkehrswende" seine Forderungen nach einem Ausbau von Radwegen, Bus- und Bahnverbindungen in ganz Hessen vorbringen wird.

Zwei Disziplinarverfahren harren indes noch der Entscheidung. Beide betreffen AfD-Politiker, die wegen provokativer Aussagen während parlamentarischer Debatten sanktioniert wurden. Johannes Marxen hatte sich eine weiße Substanz auf die Nase gestrichen, während der jüdische Publizist Michel Friedman sprach – eine Geste, die ihm eine Rüge einbrachte. Sein Parteikollege Frank Grobe war wegen der Behauptung bestraft worden, politische Gegner hätten "Blut an den Händen", als es um die Abschiebung von Ausländern ging.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Geldstrafen wurden direkt von ihren Monatsgehältern einbehalten. Weder Marxen noch Grobe haben die Sanktionen akzeptiert, was zu ihren juristischen Schritten führte. Wie viele der 55 neuen Fälle politische Akteure oder Parteien betreffen, gab das Gericht nicht bekannt. Doch die beiden anhängigen Disziplinarverfahren unterstreichen die Spannungen innerhalb des Landtages.

Wolfs Aussagen deuten darauf hin, dass die wachsende Arbeitsbelastung des Gerichts mit seiner zunehmenden Bedeutung zusammenhängt. Da immer mehr Bürger und Amtsträger den Weg der Verfassungsbeschwerde wählen, steht die Institution vor der Herausforderung, die Verfahren zügig zu bearbeiten.

Mit 55 Neueingängen im Jahr 2025 und einem wachsenden Rückstau – darunter die Berufungen der AfD-Abgeordneten – hat der Hessische Staatsgerichtshof alle Hände voll zu tun. Die anstehende Klage gegen die Verkehrsreform verschärft den Zeitdruck zusätzlich. Sowohl die steigende Fallzahl als auch die prominenten Streitfälle zeigen: Das Gericht gewinnt zunehmend an Einfluss in rechtlichen und politischen Fragen des Landes.

AKTUALISIERUNG — 01.03.2026 02:16

2024 Baseline Enthüllt Scharfen 2025 Anstieg

Der 2025 Arbeitsanfall des Gerichts folgt einem stabilen 2024 mit 36 neuen Fällen und 33 Abschlüssen. Bis 2025 stieg die Anzahl der Abschlüsse auf 47, als das Gericht bearbeitete:

  • 36 neue Verfahren im Jahr 2024, auf dem Niveau des Vorjahres
  • 47 beendete Fälle im Jahr 2025, eine 40% Steigerung
  • Eine Januar-2026-Entscheidung, die eine kommunale Wahlrechtsreform für null und nichtig erklärte, und damit die erweiterten Einflussbereich des Gerichts zeigte
AKTUALISIERUNG

Gericht kippt Kommunalwahlrechtsreform in wichtiger Entscheidung

Das Gericht hat eine neue Kommunalwahlrechtsreform im Januar 2026 für ungültig erklärt, was eine wichtige Erweiterung seiner Einflussnahme darstellt. Diese Entscheidung, die die Reform für ungültig erklärte, folgt auf einen Anstieg von 50 % neuer Fälle beim Hessischen Staatsgerichtshof im Jahr 2025. Die Entscheidung betont die wachsende Rolle des Gerichts bei der Gestaltung politischer und rechtlicher Landschaften, während es hochkarätige Streitigkeiten bearbeitet, darunter auch solche, die AfD-Politiker und die anstehende 'Verkehrswende'-Petition betreffen.

Lesen Sie auch: