KI-Popstar Tilly Norwood scheitert mit Comeback-Versuch Take The Lead an harscher Kritik
Hannah RichterKI-Popstar Tilly Norwood scheitert mit Comeback-Versuch Take The Lead an harscher Kritik
KI-generierter Popstar Tilly Norwood kehrt mit neuem Song und Musikvideo zurück
Mit Take The Lead präsentiert die virtuelle Sängerin Tilly Norwood ihren neuesten Titel – inklusive Musikvideo. Die Veröffentlichung folgt auf eine Welle der Kritik nach ihrem Debüt im vergangenen Jahr. Erste Stimmen bezeichnen den Track bereits als schlecht produziert und vergleichen ihn mit billigem Musicaltheater.
Norwood wurde 2025 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und löste sofort Gegenwind aus. Schauspieler:innen, Medien wie The Guardian und Branchengrößen aus Hollywood warnten damals, KI-Figuren könnten menschliche Darsteller:innen verdrängen. Trotzdem baute ihr Team ihre Präsenz aus: Bis Oktober 2025 wuchs ihre Instagram-Followerschaft auf 50.000 – getrieben von KI-generierten Posts. Schöpferin Eline Van der Velden kündigte zudem Pläne für ein "Tillyverse" an, eine digitale Welt mit mehreren KI-Persönlichkeiten.
Das neue Musikvideo inszeniert Norwood als etablierten Star: mit gestellten Auftritten und Anspielungen auf reale Popgrößen. Ihr Aussehen variiert leicht zwischen den Szenen, zudem wirkt sie älter als in früheren Promotions. Der Clip suggeriert, ihr Ruhm sei unausweichlich – doch die Resonanz bleibt verhalten: Ihr YouTube-Kanal zählt gerade einmal 3.730 Abonnent:innen und 22.544 Aufrufe.
Hinter der Produktion des Take The Lead-Materials steht das Unternehmen Particle6, das dafür 18 Mitarbeiter:innen beschäftigte. Der Song selbst wird von Kritiker:innen verrissen: als "unter Disney-Niveau" bezeichnet, überladen mit übertriebenem Gesangsaufwand. Viele sehen darin eine direkte Reaktion auf die Ablehnung des Vorjahres – ein Versuch, Norwood als ernstzunehmende Künstlerin neu zu positionieren.
Die jüngste Veröffentlichung erfolgt inmitten anhaltender Skepsis gegenüber KI in der Unterhaltungsbranche. Während das Projekt weiter auf breite Akzeptanz drängt, bleiben Publikumszuspruch und Kritiken vernichtend. Ob diese Strategie die öffentliche Meinung ändern wird, ist fraglich.






