Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken 2025 – doch die Probleme bleiben
Im Jahr 2025 traten in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirche aus als im Vorjahr. Offizielle Zahlen zeigen einen Rückgang der Austritte: 152.783 Personen verließen die Kirchen im Vergleich zu 160.469 im Jahr 2024. Trotz dieses Rückgangs sank die Zahl der Katholiken in der Region weiter – von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen im selben Zeitraum.
2025 traten 84.440 Personen formal aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen aus, ein leichter Rückgang gegenüber 86.946 im Jahr 2024. Die Entwicklung deutet auf eine leichte Besserung hin, nachdem die Austrittszahlen in den Vorjahren – insbesondere nach Finanzskandalen und Missbrauchsenthüllungen zwischen 2021 und 2022 – stark angestiegen waren. Langfristig tragen auch Faktoren wie Säkularisierung, nachlassende religiöse Bindung bei jüngeren Menschen und Änderungen bei der staatlichen Kirchensteuererhebung zum Mitgliederschwund bei.
Das Erzbistum Köln meldete für 2025 einige positive Signale. Die Zahl der Erwachsenentaufen stieg von 199 im Jahr 2024 auf 315, während die Besucherzahlen bei den sonntäglichen Messfeiern von 90.694 auf 94.638 anwuchsen. Im Durchschnitt besuchten sechs Prozent der Katholiken im Erzbistum wöchentlich die Gottesdienste. Generalvikar Guido Assmann wertete diese Zahlen als ermutigende Fortschritte.
Nicht alle Beobachter teilen diesen Optimismus. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Zuwächse als oberflächlich und warnte, dass ein tieferes Misstrauen gegenüber der Kirche bestehe. Er riet davon ab, kleine Verbesserungen überzubewerten, solange grundlegendere Herausforderungen ungelöst blieben.
Die aktuellen Daten zeichnen ein gemischtes Bild der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen. Zwar verlangsamten sich die Austritte 2025, doch die Gesamtzahl der Mitglieder ging weiter zurück. Das Erzbistum Köln verzeichnete mehr Taufen und höhere Messbesucherzahlen, doch Kritiker argumentieren, dass diese Fortschritte wenig an den grundsätzlichen Problemen von Vertrauen und Bindung ändern.