Kommunalwahlen in Frankreich: PS und LFI rütteln mit überraschenden Bündnissen an der Macht
Hannah RichterKommunalwahlen in Frankreich: PS und LFI rütteln mit überraschenden Bündnissen an der Macht
Die Kommunalwahlen in Frankreich haben eine hitzige Debatte ausgelöst, da lokale Kandidaten der Sozialistischen Partei (PS) in wichtigen Städten Bündnisse mit La France Insoumise (LFI) schließen. Mit der Stichwahl am 22. März rücken die Allianzen in Städten wie Toulouse, Avignon und Besançon die politische Landschaft in ein neues Licht. Unterdessen hat der nationale PS-Vorsitzende Olivier Faure eine übergreifende Zusammenarbeit mit LFI ausgeschlossen – und erntet dafür Kritik aus allen Lagern, darunter auch vom früheren Präsidenten François Hollande.
Die erste Wahlrunde am 15. März endete in mehreren Städten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen, sodass die Kandidaten bis zur heutigen Frist über Listenverbünde oder Rückzüge verhandeln mussten. In Toulouse einigten sich PS und LFI auf eine gemeinsame Liste, die die Sozialisten um François Briançon mit den "Aufständischen" von François Piquemal vereint. Ähnliche Bündnisse entstanden in Avignon, wo die LFI-Kandidatin Mathilde Louvain (Platz 4) sich der Liste des PS-Bewerbers David Fournier (Platz 3) anschloss, sowie in Besançon, wo Grüne und LFI gemeinsam gegen die Rechte antreten. In Lille wiederum bildete die PS ein separates Bündnis mit den Grünen, um dem wachsenden Einfluss von LFI entgegenzuwirken.
Anderswo bleibt der Widerstand gegen eine Zusammenarbeit mit LFI jedoch stark. Sowohl in Paris als auch in Marseille lehnten PS-Kandidaten jede Kooperation ab, während Ex-Präsident Hollande die Sozialisten warnte, sich nicht mit LFI einzulassen – mit Verweis auf die umstrittenen Äußerungen von Jean-Luc Mélenchon. Auch Vertreter der Mitte, der Rechten und des rechtsextremen Lagers verurteilten die lokalen Absprachen der PS mit LFI.
Faure verteidigte die Entscheidungen vor Ort und räumte ein, dass Kommunalpolitik komplex sei. Gleichzeitig warnte er, dass Kandidaten, die in antisemitisches oder inakzeptables Verhalten verwickelt seien, mit Konsequenzen rechnen müssten. Die knappen Rennen in Marseille, Toulouse und anderen Städten hängen nun von diesen letzten Vereinbarungen ab.
Die Stichwahl am 22. März wird zeigen, ob diese Allianzen die Machtverhältnisse in Frankreichs Großstädten verschieben. Mit den heute finalisierten Bündnissen wird sich bald erweisen, wie sich die PS-LFI-Kooperationen – und die Gegenreaktionen darauf – an der Wahlurne auswirken. Die Ergebnisse könnten die lokale Politik für Jahre prägen.






