Machtkampf im Autogewerbe: ZDK reformiert nach jahrelangem Streit mit ZVK
Hannah RichterMachtkampf im Autogewerbe: ZDK reformiert nach jahrelangem Streit mit ZVK
Ein langjähriger Streit zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZVK) hat zu tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitsweise der deutschen Automobilverbände geführt. Der Konflikt, der Ende 2025 eskalierte, hat nun umfassende Reformen ausgelöst, die auf mehr Kontrolle und Transparenz abzielen.
Die jüngste Umstrukturierung folgt auf Jahre der Spannungen, in denen beide Seiten über Mitgliedsbeiträge, Führungspositionen und die Zukunft gemeinsamer Governance-Strukturen stritten.
Eine entscheidende Zuspitzung erlebte der Streit im Oktober 2025, als der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK forderte. Als Reaktion führte der ZDK eine neue Beitragsstruktur ein und begann mit der Umgestaltung seiner Abläufe. Diese Änderungen, die im Januar formalisiert wurden, markieren einen klaren Bruch mit früheren Gepflogenheiten.
Der ZDK hat das bisherige System der gemeinsamen Personalkörper zwischen den beiden Organisationen abgeschafft. Eine strikte Trennung wurde durchgesetzt, die jede Überschneidung in den Gremien beendet. Führungspositionen werden künftig nicht mehr automatisch weitergegeben – stattdessen entscheidet der ZDK selbst, wer Schlüsselrollen besetzt.
Auch die Ausschüsse wurden neu ausgerichtet und fungieren nun rein als beratende Gremien, während offizielle Stellungnahmen ausschließlich von der zentralen Führung kommen. Die Reformen sollen die Entscheidungsprozesse beschleunigen und interne Konflikte verringern. Um zu verhindern, dass kleinere Innungen isoliert werden, schafft der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten, um sich der Bonner Zentrale anzuschließen.
Trotz der Umstrukturierung lässt der ZDK die Tür für eine Rückkehr des ZVK zur Zusammenarbeit offen. Zudem hat er zugesagt, in den betroffenen Regionen stärker präsent zu sein und Unternehmen, die mit Unsicherheiten konfrontiert sind, die Gründe und möglichen Folgen eines Austritts zu erläutern.
Rechtliche Auseinandersetzungen um Kfz-Prüfgebühren, einst ein zentraler Streitpunkt, haben inzwischen viel von ihrer Brisanz verloren. Der ZDK erkennt die Belastung für die Betriebe an, betont jedoch, dass die Änderungen notwendig seien, um die Realitäten der Branche besser abzubilden.
Die Reformen stellen eine deutliche Wende in der Arbeitsweise des ZDK dar – weg von gemeinsamer Governance hin zu einer zentralisierteren Struktur. Unternehmen müssen sich künftig auf klarere, aber möglicherweise strengere Mitgliedschaftsbedingungen einstellen, während die künftige Rolle des ZVK ungewiss bleibt.
Der Zeitpunkt dieser Veränderungen ist kein Zufall: Sie erfolgen in einer Phase, in der die Spannungen zwischen den beiden Verbänden einen Höhepunkt erreichten. Die nächsten Schritte des ZDK werden zeigen, ob die Trennung zu mehr Stabilität oder zu weiterer Spaltung in der Branche führt.
Legal Challenge and Regional Pushback Preceded ZDK Reforms
New details reveal key events that shaped the ZDK's 2026 reforms. In October 2024, a legal challenge emerged over ZVK's governance decisions, escalating tensions before the 2025 financial dispute. Regional opposition also grew: Baden-Württemberg's association formed an 'Alliance of Reason' against ZVK's 95% contribution demand. Meanwhile, ZDK President Arne Josweg resigned in May 2025 amid internal power struggles, prompting talks about structural overhauls. These developments set the stage for the ZDK's formal restructuring in January 2026.





