Magnit schreibt erstmals seit 20 Jahren rote Zahlen – trotz Umsatzplus
Lina SeidelMagnit schreibt erstmals seit 20 Jahren rote Zahlen – trotz Umsatzplus
Russischer Lebensmitteleinzelhändler Magnit meldet ersten Nettoverlust seit über zwei Jahrzehnten
Der russische Lebensmittelhändler Magnit hat für das Jahr 2025 einen Nettoverlust in Höhe von 22 Milliarden Rubel (rund 265 Millionen US-Dollar) verbucht – das erste Minus seit mehr als 20 Jahren. Trotz eines Umsatzanstiegs von 13 Prozent litt das Unternehmen unter einem deutlichen Rückgang des Bruttogewinns und steigenden Betriebskosten.
Die Jahresbilanz 2025 offenbart einen drastischen Profitabilitätseinbruch: Der Bruttogewinn aus dem Verkauf ging um fast 13 Prozent zurück, obwohl der Umsatz im gleichen Maße wuchs. Als Hauptgrund für die Verluste nannte der Unternehmenssprecher gestiegene Kapitalinvestitionen.
Die Betriebskosten stiegen im Vergleich zu 2024 um 17 Prozent, während sich die Schuldenbedienungskosten fast verdoppelten (Anstieg um das 1,7-Fache). Diese finanziellen Belastungen führten zum ersten Nettoverlust seit den frühen Unternehmensjahren. Trotz der Krise blieb Magnit ein Schwergewicht im russischen Einzelhandel und betrieb Mitte 2025 insgesamt 32.589 Filialen in 72 Regionen.
Gleichzeitig baute das Unternehmen sein Portfolio aus: Es schloss die Übernahme der Premium-Supermarktkette Azbuka Vkusa ab und erweiterte damit sein Markenportfolio unter dem Dach der Tander PLC. Dazu zählen unter anderem Magnit Cosmetic, V1 und Moya Tsena. Trotz der Herausforderungen belegte Magnit mit seinem Umsatzvolumen weiterhin Platz zwei unter Russlands Lebensmitteleinzelhändlern – hinter der X5 Group.
Der Verlust markiert eine deutliche Zäsur für ein Unternehmen, das über zwei Jahrzehnte hinweg durchgehend Gewinne erwirtschaftet hatte. Die Kombination aus steigenden Kosten, Schuldenlast und expansiver Wachstumsstrategie prägt nun die finanzielle Bilanz des Jahres.
Die Ergebnisse für 2025 zeigen: Magnit steht vor höheren Ausgaben und sinkender Rentabilität. Die Übernahme von Azbuka Vkusa und das anhaltende Umsatzwachstum deuten zwar auf weitere Expansionsbestrebungen hin – doch der Nettoverlust und die wachsenden Belastungen lassen auf eine schwierigere finanzielle Zukunft schließen.






