Niedersachsens Azubis zwischen Zufriedenheit und Frust mit ihrer Ausbildung
Lina SeidelEin Viertel der Auszubildenden würde seine Ausbildungsfirma nicht erneut wählen - Niedersachsens Azubis zwischen Zufriedenheit und Frust mit ihrer Ausbildung
Eine aktuelle Umfrage in Niedersachsen zeigt gemischte Gefühle unter Auszubildenden gegenüber ihrer Berufsausbildung. Zwar würde eine deutliche Mehrheit den gleichen Beruf erneut wählen, doch viele äußerten Unzufriedenheit mit ihren Arbeitgebern und den Arbeitsbedingungen. Die Ergebnisse deuten zudem auf Bedenken hinsichtlich der Ausbildungsqualität und der betrieblichen Unterstützung hin.
Über 83 Prozent der Befragten gaben an, sie würden sich bei der Wahl erneut für denselben Berufsweg entscheiden. Als besondere Vorzüge nannten sie praktische Arbeit, Teamarbeit und persönliche Weiterentwicklung. Doch auf die Frage nach ihrem aktuellen Arbeitgeber erklärte mehr als jeder vierte Azubi (26,6 Prozent), nicht im selben Unternehmen bleiben zu wollen.
Die mangelnde Ausbildungsqualität stellte sich als größtes Problem heraus – fast 33 Prozent der Teilnehmenden kritisierten dies. Darauf folgten ungünstige Arbeitsbedingungen, die von 20,06 Prozent als Problem genannt wurden. Konflikte mit Ausbildern waren für 11,36 Prozent der Befragten ein Anliegen. Viele Auszubildende fügten hinzu, sie fühlten sich nicht wertgeschätzt und erhielten zu wenig Unterstützung in ihrer Rolle.
Die Ausstattung der Berufsschulen wurde im Schnitt mit 3,34 von 5 Punkten bewertet, wobei weniger als 15 Prozent die bestmögliche Note vergaben. Die Studie verglich diese Ergebnisse nicht mit denen anderer Bundesländer, sodass regionale Trends unklar bleiben.
Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an Verbesserungen in der beruflichen Bildung, insbesondere bei Ausbildungsstandards und Arbeitsbedingungen. Angesichts der anstehenden Kommunalwahlen 2026 könnten die Erkenntnisse die Politik zum Handeln drängen. Arbeitgeber und Bildungsträger könnten zunehmend unter Druck geraten, die Unterstützung und Anerkennung für Auszubildende zu stärken.






