14 March 2026, 13:00

Proteste gegen Alice Schwarzer: Warum ihre Thalia-Lesung in Berlin polarisiert

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem 'Solidarität und Feminismus' steht, eine Straße entlang, mit parkenden Fahrzeugen am Straßenrand und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Proteste gegen Alice Schwarzer: Warum ihre Thalia-Lesung in Berlin polarisiert

Die Kontroverse um eine bevorstehende Thalia-Veranstaltung im Berliner Kino Babylon mit der feministischen Schriftstellerin Alice Schwarzer nimmt zu. Kritiker fordern die Absage und werfen ihr vor, diskriminierende Ansichten zu verbreiten. Mittlerweile sind Proteste vor dem Veranstaltungsort während ihres Auftritts geplant.

Auslöser der Debatte war ein kürzlich erschienenes Interview Schwarzers im Spiegel, in dem sie die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel als mögliche Bundeskanzlerin bezeichnete. Zudem behauptete sie, Frauen, die ein Kopftuch tragen, könnten keine Feministinnen sein. Diese Äußerungen führten zu einem offenen Brief von 45 Mitgliedern der Queer-Abteilung der Alice-Salomon-Hochschule (ASH), die die Absage der Thalia-Veranstaltung fordern.

Schwarzer steht auch wegen ihrer Haltung zu Transgender-Rechten in der Kritik. Gegner werfen ihr vor, zwischen "echten" und "falschen" trans Personen zu unterscheiden und trans Menschen als Bedrohung darzustellen. Darüber hinaus forderte sie die CDU auf, das diskriminierende Transsexuellengesetz wieder einzuführen, das früher invasive Eingriffe für die rechtliche Anerkennung des Geschlechts verlangte.

Das queere Jugendkollektiv QueerDurchBerlin organisiert einen Protest vor dem Babylon-Kino während der Thalia-Veranstaltung. Die Gruppe argumentiert, dass Schwarzers neues Buch Reiner Feminismus: 99 Wörter keine persönliche oder politische Weiterentwicklung zeige. Queere und queer-feministische Initiativen werfen ihr vor, mit ihren Positionen die Selbstbestimmung von queeren Menschen, Geflüchteten, Muslimen und Sexarbeiter:innen zu untergraben.

Trotz der Kritik wird Schwarzer bei der Thalia-Veranstaltung aus ihrem Buch lesen und Fragen des Publikums beantworten.

Die Thalia-Veranstaltung findet unter wachsendem Widerstand statt, während Demonstranten sich darauf vorbereiten, ihre Proteste vor dem Kino lautstark zu äußern. Schwarzer hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen bezüglich ihrer Haltung zu queerer und transgender Gleichberechtigung geäußert. Der Protest verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen feministischem Diskurs und marginalisierten Gemeinschaften.

AKTUALISIERUNG — 28.02.2026 21:01

Veranstaltung findet trotz Protesten statt; Lesereise geht weiter

Die Thalia-Buchveranstaltung mit Alice Schwarzer fand wie geplant am 24. Februar in Berlin statt, trotz geplanter Demonstrationen. Weitere Lesungen sind nun in Deutschland und Österreich bestätigt:

  • 8. März, Hamburg Schauspielhaus
  • 19. März, Leipzig Eisengießerei
  • 25. März, Tübingen Museum
AKTUALISIERUNG

Trotz Protesten geht die Lesereise von Alice Schwarzer weiter

Die Thalia-Veranstaltung in Berlin fand am 24. Februar 2026 trotz geplanter Proteste statt. Schwarzer las aus ihrem Buch Feminismus pur und beantwortete Fragen. Die Lesereise geht weiter mit Veranstaltungen in:

  • Hamburg am 8. März im Schauspielhaus
  • Leipzig am 19. März in der Eisengießerei Westwerk
  • Tübingen am 25. März im Museum (Obere Säle)
  • Zürich am 26. Juni im Bernhard-Theater