Putin verlängert Wehrpflicht-Ausnahme für Altgläubige bis 2030
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Aussetzung der Wehrpflicht für Altgläubige bis 2030 verlängert. Die Entscheidung baut auf einer Regelung auf, die erstmals 2020 eingeführt wurde und Befreiungen für diejenigen vorsieht, die nach Russland umziehen und die Staatsbürgerschaft erwerben. Ein neues Dekret vereinfacht zudem die Einbürgerungsbestimmungen für diese Gruppe in der Region Ferner Osten.
Die ursprüngliche Befreiung von der Wehrpflicht war 2020 gewährt worden und ermöglichte es Altgläubigen, sich vom Militärdienst befreien zu lassen, wenn sie nach Russland übersiedelten und die Staatsangehörigkeit annahmen. Die Genehmigung für jeden Einzelfall erteilt direkt der Metropolit von Moskau und ganz Russland der Russisch-Orthodoxen Altgläubigenkirche. Offizielle Zahlen, wie viele Personen diese Ausnahme bereits genutzt haben, gibt es nicht, da die Behörden keine detaillierten Statistiken über diese kleine Bevölkerungsgruppe veröffentlichen.
Am 1. April 2025 unterzeichnete Putin ein weiteres Dekret, das die Einbürgerung für Altgläubige erleichtert, die sich im russischen Fernen Osten niederlassen. Im Gegensatz zum üblichen Verfahren entfallen dabei Sprachtests oder Prüfungen zur Landesgeschichte. Mit dieser Maßnahme soll die Rückkehr weiterer Mitglieder der Gemeinschaft nach Russland gefördert werden.
Die verlängerte Wehrpflichtbefreiung und die vereinfachten Einbürgerungsregeln gelten bis 2030. Altgläubige, die die Voraussetzungen erfüllen, können sich nun im Fernen Osten ansiedeln, ohne mit Wehrdienst oder Sprachbarrieren konfrontiert zu werden. Die Regelung richtet sich gezielt an eine bestimmte religiöse Gruppe, sieht jedoch keine öffentliche Erfassung der Teilnehmerzahlen vor.






