04 April 2026, 22:02

Radikale Selbstoptimierung: Wie Looksmax.org trotz Skandale weiter wächst

Logo mit einem stilisierten Gesicht mit dem Text "Fashion ist für jeden Körper" und Betonung der Inklusivität in der Mode.

Radikale Selbstoptimierung: Wie Looksmax.org trotz Skandale weiter wächst

Ein Online-Forum, das mit radikaler Selbstoptimierung und der sogenannten Incel-Ideologie in Verbindung gebracht wird, verzeichnet trotz wiederholter Skandale ein rasantes Wachstum. Looksmax.org, gegründet von Lamarcus Small, zählt mittlerweile über 100.000 Mitglieder – nur drei Jahre, nachdem eine BBC-Untersuchung seine Verbindungen zu schädlichen Ideologien aufgedeckt hatte. Die Plattform steht erneut im Zentrum frischer Kontroversen, darunter rechtliche Maßnahmen und Debatten über ihren Einfluss auf gefährdete Nutzer:innen.

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Ursprünglich als Diskussionsraum für Looksmaxxing konzipiert – eine Praxis, die von einfacher Körperpflege bis hin zu extremen Eingriffen wie der BIMAX-Operation (einem doppelten Kieferkorrektur-Verfahren) reicht –, tauschen sich Nutzer:innen dort auch über Mewing aus, eine umstrittene Methode, die behauptet, durch Zungenhaltung den Kiefer umformen zu können. Die Sprache des Forums ist geprägt von Incel-Jargon: Als Chad wird ein idealisierter, attraktiver Mann bezeichnet, Stacy ist sein weibliches Pendant. Mogging bedeutet, jemanden optisch zu übertreffen, während Blackpilling die Überzeugung verbreitet, dass Attraktivität allein über Dating-Erfolg entscheidet.

Der Ruf der Seite verschlechterte sich weiter, nachdem ein BBC-Bericht aus dem Jahr 2023 sie mit Selbstverletzung und Radikalisierung in Verbindung brachte. 2024 durchsuchten EU-Behörden im Zuge von Hassrede-Vorwürfen ihre Server. Ein Jahr später sah sich Gründer Lamarcus Small einem Doxxing-Skandal ausgesetzt, bei dem seine wahre Identität und frühere juristische Probleme öffentlich gemacht wurden. Gleichzeitig stieg die Aktivität auf der Plattform weiter an, wobei die Debatten über ihre angebliche Rolle bei Suizidclustern unter Jugendlichen in den USA und Großbritannien an Schärfe gewannen.

Über das Forum hinaus hat sich die Looksmaxxing-Kultur in sozialen Medien ausgebreitet. Varis Gilaj, ein Fitness-Influencer der Arizona State University, der online als Clavicular bekannt ist, thematisiert etwa das Schlüsselbein – ein Merkmal, das in Looksmaxxing-Kreisen besonders geschätzt wird. Ein weiterer australischer Influencer liefert sich derzeit einen öffentlichen Konkurrenzkampf darum, wer auf der PSL-Skala – einer pseudowissenschaftlichen Attraktivitätsmessung – als "Nummer-1-Chad" gilt. Begriffe wie Chadlite (Männer, die knapp unter der Spitzenkategorie liegen) oder Sexual Market Value (eine Attraktivitätsbewertung auf einer Skala von 1 bis 10) sind in diesen Kreisen weit verbreitet.

Trotz seiner umstrittenen Geschichte wächst Looksmax.org weiter. Die Mischung aus Selbstoptimierungs-Tipps und extremen Ideologien hält die Plattform im Fokus von Regulierungsbehörden und psychologischen Fachleuten. Vorerst bleibt ihr Einfluss bestehen – sowohl in Nischen-Online-Communities als auch in der breiten Debatte über digitale Radikalisierung.

Quelle