16 March 2026, 22:02

Rechtsextreme Aufmärsche und Verschwörungstheorien erschüttern Berlin an einem Wochenende

Eine Gruppe von Menschen marschiert eine Straße in Berlin entlang und hält eine pinkfarbene Fahne mit der Aufschrift "Happy Pride March". Die Straße ist von Gebäuden mit Fenstern, Laternenmasten und Verkehrszeichen gesäumt.

Rechtsextreme Aufmärsche und Verschwörungstheorien erschüttern Berlin an einem Wochenende

Berlin erlebte ein angespanntes Wochenende mit drei rechtsextremen Kundgebungen

In der deutschen Hauptstadt kam es am Wochenende zu mehreren Aufmärschen von Rechtsextremisten, Verschwörungsideologen und antifaschistischen Gegenprotesten, bei denen Hunderte teilnahmen. Die Behörden blieben in erhöhter Alarmbereitschaft, während extremistische Gruppen mit provokanten Botschaften an die Öffentlichkeit traten.

In Marzahn zogen rund 160 Neonazis unter dem Motto "Unsere Alternative ist die Revolution" durch den Bezirk – organisiert von der rechtsextremen Partei "Der Dritte Weg". Unter den Teilnehmern befanden sich langjährige Extremisten, aber auch Jugendliche, die jünger als 16 Jahre alt wirkten. Die deutsche Polizei geht bei Minderjährigen auf solchen Veranstaltungen in der Regel mit Versammlungsverboten, Ermittlungen wegen verbotener Symbole und vorläufigen Festnahmen vor, wie bereits in früheren Fällen in Borna, Wittenberg und Marzahn geschehen.

Am Potsdamer Platz versammelten sich etwa 40 Neonazis, darunter bekannte Aktivisten wie Thomas Wulff und Christian Worch. Einige zeigten offen nationalsozialistische Tattoos und Symbole. Gleichzeitig formierte sich in der Nähe eine Gruppe von rund 200 antifaschistischen Gegendemonstranten, die gegen den Aufmarsch protestierten.

Eine größere Kundgebung am Siegessäule zog etwa 500 Menschen an, aufgerufen vom Sänger Xavier Naidoo, einem bekannten Verschwörungsideologen. Unter dem Motto "Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und der Schutz von Minderjährigen" forderten die Teilnehmer Untersuchungen zu angeblichen Verbindungen deutscher Stellen zum Epstein-Netzwerk. Die Veranstaltung diente auch als Plattform für abstruse Behauptungen, darunter Verschwörungstheorien über Kannibalismus und menschliches Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln. Die rechtsextreme Aktivistin Michelle Gollan trat als Rednerin auf, wies Vorwürfe des Extremismus zurück und wiederholte unbelegte Behauptungen im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall.

Einen anderen Charakter hatte eine Demonstration am Brandenburger Tor, an der etwa 700 Menschen teilnahmen. Die Kundgebung war Teil einer bundesweiten Kampagne des Satirikers Nico Semsrott und forderte eine Überprüfung rechtsextremer Parteien – ein weiterer Beitrag zu den politischen Spannungen des Wochenendes.

Die Ereignisse zeigen, wie Berlin weiterhin mit Rechtsextremismus und Verschwörungsbewegungen ringt. Die Behörden werden voraussichtlich Ermittlungen wegen verbotener Symbole und der Beteiligung Minderjähriger einleiten, während antifaschistische Gruppen weiter gegen solche Aufmärsche mobilisieren. Die Demonstrationen unterstreichen zudem die wachsende Sorge in der Bevölkerung über die zunehmende Verbreitung extremistischer Ideologien im öffentlichen Diskurs.

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