Spokanes öffentliche Verteidiger kämpfen mit Rekord-Fallzahlen und Budgetnot
Mila VoigtSpokanes öffentliche Verteidiger kämpfen mit Rekord-Fallzahlen und Budgetnot
Spokanes Öffentliche Verteidiger stehen unter wachsendem Druck
Die Öffentliche Verteidigerbehörde in Spokane gerät zunehmend unter Druck, da die Fallzahlen stark ansteigen und die Budgets immer knapper werden. Allein in diesem Jahr musste die Stadt bereits über 160 Fälle wegen Personalmangels abweisen, während Beamte vor noch größeren Herausforderungen in der Zukunft warnen. Eine kürzliche Budgetaufstockung soll die Lage entspannen, doch langfristige Lösungen erfordern vermutlich deutlich mehr Personal – und damit deutlich höhere Kosten für die Steuerzahler.
Jahre lang bearbeiteten Spokanes öffentliche Verteidiger zwischen 320 und 360 Fälle pro Jahr. Doch neue Gesetze, darunter ein verschärftes Campingverbot und Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Drogendelikten, machen mittlerweile fast 30 Prozent der Falllast aus. Dieser Anstieg hat die Arbeitsbelastung auf Rekordniveau getrieben – mit etwa 200 Fällen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Washington hat kürzlich die maximale Fallzahl pro Verteidiger von 400 auf 120 Fälle pro Jahr reduziert. Um diese Vorgabe zu erfüllen, benötigt die Behörde kurzfristig mindestens einige zusätzliche Anwälte. Doch selbst diese Anpassung könnte nicht ausreichen. Stadtvertreter prognostizieren, dass Spokane bis 2036 dreimal so viele öffentliche Verteidiger beschäftigen müsste wie derzeit.
Die Budgetzahlen spiegeln die wachsende Herausforderung wider. Zwischen 2019 und 2023 verfügte die Behörde über ein Jahresbudget von 3,1 bis 3,3 Millionen US-Dollar bei etwa 28 Vollzeitkräften. 2024 stieg die Finanzierung auf 3,6 Millionen US-Dollar, und der aktuelle Haushalt für 2025–26 springt auf 8,4 Millionen US-Dollar – ein Plus von 2,1 Millionen. Dennoch würde die langfristige Verdreifachung des Personals die lokalen Steuerzahler Millionen kosten.
Die jüngste Budgeterhöhung bringt vorläufige Entlastung, doch das öffentliche Verteidigungssystem in Spokane steht weiterhin vor einem steilen Aufstieg. Angesichts steigender Fallzahlen und strengerer rechtlicher Vorgaben muss die Stadt entweder ihr Team massiv ausbauen oder riskieren, noch mehr Fälle unberücksichtigt zu lassen. Die Kosten des Nichtstuns, so warnen Beamte, könnten am Ende weit höher ausfallen als die Ausgaben für neue Stellen.






