18 March 2026, 00:39

Streit um neues Gebäudenergiegesetz: Klimaschutz oder Milliardengeschenk für die Gasbranche?

Ein Diagramm, das den durchschnittlichen Strompreis pro kWh im Bundesland 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Streit um neues Gebäudenergiegesetz: Klimaschutz oder Milliardengeschenk für die Gasbranche?

Der Entwurf des Gebäudenergiegesetzes der Bundesregierung hat eine Debatte über seine Auswirkungen auf die Klimaziele und die Bezahlbarkeit ausgelöst. Während Kommunen die Pläne begrüßen, kritisieren Gegner, sie kämen vor allem Gasunternehmen zugute und könnten Haushalte mit hohen Kosten für fossile Brennstoffe belasten. Die Umstellung auf nachhaltige Heizsysteme erfordert Milliardeninvestitionen und klarere rechtliche Rahmenbedingungen für die Städte und Gemeinden.

Der Deutsche Städtetag unterstützt das neue Gebäudenergiegesetz sowie die Änderungen am Wärmeplanungsgesetz. Betont wurde der Bedarf an langfristiger Rechtssicherheit, stabiler Finanzierung und ausreichendem Personal, um die kommunale Wärmeplanung umzusetzen. Besonders für kleinere Gemeinden seien vereinfachte Regelungen unverzichtbar.

Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Linksfraktion, kritisierte die Vorhaben als "Geschenk an die Gasindustrie". Sie warnte, dass die Senkung der Erneuerbaren-Quoten und die Weiternutzung alter Gas- und Ölheizungen Millionen Haushalte in teure fossile Systeme zwingen würden. Stattdessen forderte sie staatlich geförderte Wärmepumpen, um einen gerechten und bezahlbaren Übergang zu grüner Energie zu gewährleisten.

Die Pläne sehen vor, einen Anteil klimafreundlicher Energie in Öl- und Gasheizungen vorzuschreiben, um Flexibilität während der Umstellungsphase zu wahren. Behörden betonen jedoch, dass dies die Wirtschaftlichkeit bestehender kommunaler und versorgungsseitiger Projekte nicht gefährden dürfe. Eine zentrale Sorge bleibt die Vermeidung von Doppelstrukturen und ineffizienten Investitionen in die Wärmeinfrastruktur.

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Bis 2030 werden schätzungsweise 43,5 Milliarden Euro für die Modernisierung der Fernwärme benötigt, weitere 33 Milliarden sind für den Ausbau der Wärmenetze vorgesehen. Zuverlässige Förderprogramme sind entscheidend, um diese Ziele ohne Überlastung der kommunalen Haushalte zu erreichen.

Das geplante Gesetz soll Klimaziele mit den praktischen Herausforderungen für Kommunen und Haushalte in Einklang bringen. Sein Erfolg hängt davon ab, langfristige Finanzierungen zu sichern, Ineffizienzen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Umstellung einkommensschwächere Haushalte nicht unverhältnismäßig belastet. Die Kommunen warten nun auf konkretere Vorgaben, um ihre Wärmepläne voranzutreiben.

AKTUALISIERUNG — 01.03.2026 06:22

Regierung kündigt umfangreiche Reformen im GEG an

Die Bundesregierung hat Pläne bestätigt, die 65-Prozent-Renewable-Energy-Regel für neue Heizsysteme abzuschaffen. Diese Politikänderung, die für Juli 2026 angekündigt wurde, befreit Gebäudeeigentümer von der Anforderung, dass mindestens 65% der Wärme aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Wichtige Details sind:

  • Die bestehende Regelung bleibt bis zum Inkrafttreten eines Nachfolgesetzes in Kraft.
  • Große Kommunen müssen die Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2026 abschließen.
  • Kleinere Städte haben bis zum 30. Juni 2028 Zeit, ihre Pläne zu finalisieren.
AKTUALISIERUNG

Deutschlands neues Gebäudeenergiegesetz: Wichtige Termine und Änderungen enthüllt!

Die Regierung hat den Zeitplan für ihr überarbeitetes Gebäudeenergie-Modernisierungsgesetz (GMG) bestätigt. Wichtige Details sind:

  • Das Gesetz tritt am 1. Juli 2026 in Kraft und ersetzt die 65% erneuerbare Energiequote durch technologische Offenheit.
  • Die endgültigen Gesetzestexte werden im Frühjahr 2026 veröffentlicht, wobei im Februar 2026 die Grundprinzipien vereinbart wurden.
  • Neue Schutzvorschriften für Mieter gegen überhöhte Kosten durch ineffiziente Heizsysteme werden eingeführt.