"Thirst Traps": Warum Influencer mit sexualisierten Inhalten Millionen erreichen – und was die Risiken sind
Hannah RichterSexy TikTok Clips: Was steckt hinter 'Thirst Traps' - "Thirst Traps": Warum Influencer mit sexualisierten Inhalten Millionen erreichen – und was die Risiken sind
Sexualisierte Fotos und Videos, bekannt als "Thirst Traps", verbreiten sich zunehmend in sozialen Medien. Diese Posts sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu erregen – und bringen Influencern oft finanzielle Vorteile. Experten warnen jedoch vor den Risiken, besonders für jüngere Nutzer, die mit solchen Inhalten konfrontiert werden.
Der Begriff "Thirst Trap" setzt sich aus den englischen Wörtern thirst (Begierde) und trap (Falle) zusammen und beschreibt gezielt aufmerksamkeitsheischende Beiträge. Die Sozialpädagogin Tessa-Marie Menzel erklärt, dass Nutzer oft durch Likes oder Kommentare in einen Kreislauf der Interaktion geraten. Der Medienpädagoge Rudolf Kammerl ergänzt, dass der Trick funktioniere, weil die Andeutung sexueller Verfügbarkeit suggeriert, aber nie erfüllt werde.
2023 führte die deutsche YouTuberin Annikazion ein Selbstexperiment durch, das bewies, wie effektiv Thirst Traps beim Gewinn neuer Follower sind. Einige Influencer, wie The Elevator Boys – eine Gruppe von fünf deutschsprachigen Content-Creatorn, geboren zwischen 1999 und 2001 – haben mit solchen Inhalten Karrieren über TikTok hinaus aufgebaut. Durch ihre Aufzugsvideos erlangten sie internationale Bekanntheit und traten sogar als Gast-Juroren an der Seite von Heidi Klum in Germany's Next Topmodel auf.
Während manche Thirst Traps teilen, um das Selbstwertgefühl zu stärken oder zu flirten, kritisieren andere, dass sie enge Schönheitsideale verstärken. Der Trend kann zudem zur Objektifizierung des Körpers führen – besonders betroffen sind Frauen. Da auch Kinder und Jugendliche auf solche Inhalte stoßen, gibt es Forderungen nach strengeren Altersbeschränkungen und besserer Kontrolle durch Eltern und Plattformen.
Für Influencer sind Thirst Traps ein Marketinginstrument, um die eigene Marke und Einnahmen auszubauen. Doch die Auswirkungen auf junge Zielgruppen und gesellschaftliche Schönheitsnormen bleiben problematisch. Soziale Medien und Eltern werden aufgefordert, Online-Inhalte stärker zu regulieren und zu überwachen.






