18 March 2026, 08:33

Vom Schönheitsbetrug zum fragwürdigen Coaching: Hochstaplerin trickst weiter

Porträt von Caleb Whiteford, Esq., Präsident der Gesellschaft für Förderung von Kunst, Handwerk und Handel, in einem Anzug mit ernster Miene, haltend ein Papier mit geschriebenem Inhalt.

Vom Schönheitsbetrug zum fragwürdigen Coaching: Hochstaplerin trickst weiter

Eine 44-jährige Frau, die bereits wegen Betrugs als vermeintliche Schönheitsärztin im Gefängnis saß, taucht in der Schweiz nun als selbsternannte "preisgekrönte Life- & Neuro-Coach" wieder auf. Zwischen 2021 und 2023 führte sie illegale kosmetische Behandlungen mit gefälschten Qualifikationen durch. Heute bietet sie Coaching-Sitzungen für 250 Franken pro Stunde an – garniert mit fragwürdigen Auszeichnungen und erfundenen Medienauftritten.

2023 flog auf, dass die Frau Botox- und Hyaluronsäure-Behandlungen ohne medizinische Ausbildung durchführte. Mit gefälschten Diplomen einer österreichischen Universität täuschte sie Kundinnen im Aargau und im Zürcher Limmat-Tal. 2025 muss sie eine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen Betrugs und Urkundenfälschung antreten.

Auf ihrer aktuellen Website prangt sie mit manipulierten Ehrungen, darunter ein bearbeitetes "Forbes"-Cover, und behauptet, in über 450 Nachrichtenseiten aufgetaucht zu sein. Zudem listet sie dubiose Preise auf, etwa "Innovativste Life- & Neuro-Coach des Jahres" aus Aserbaidschan oder "Beste Life- & Neuro-Coach der Schweiz". Trotz ihrer Vorstrafen wirbt sie heute als zertifizierte Coach und gibt vor, dem International Coaching Federation (ICF) anzugehören.

Die Psychologin Noora Al-Rubai warnt vor den Risiken unregulierter Coaching-Anbieter. Sie nennt Alarmzeichen wie undurchsichtige Ausbildungswege, vage Methoden und horrender Honorare. Da die Schweiz im Coaching-Bereich keinen Berufsschutz kennt, können sich unseriöse Akteure leicht an Kunden bereichern. Die Staatsanwaltschaft Aargau bestätigt diese rechtliche Grauzone: Nur bei nachweislichem Schaden sei eine Verurteilung möglich.

Offizielle Statistiken verzeichnen in den letzten zwei Jahren keine ähnlichen Betrugsfälle in den Schweizer Coaching-, Beratungs- oder Schönheitsbranchen. Doch die Vorstrafen der Frau und ihr aktuelles Geschäftsmodell werfen Fragen nach fortgesetzter Täuschung auf.

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Trotz ihrer bevorstehenden Haftstrafe betreibt die ehemalige Hochstaplerin ihr Coaching-Geschäft weiter – gestützt auf nicht überprüfbare Zertifikate und übertriebene Versprechungen. Behörden warnen: Ohne schärfere Regulierung könnten unseriöse Anbieter weiterhin ahnungslose Kunden ausnutzen.

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