03 April 2026, 18:02

Wirtschaft warnt Merz: Syrer-Rückkehr würde Deutschland schwächen – warum Experten alarmiert sind

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien mit Daten zu Binnenvertriebenen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Graphiken.

Wirtschaft warnt Merz: Syrer-Rückkehr würde Deutschland schwächen – warum Experten alarmiert sind

Wirtschaftsexperten stellen Bundeskanzler Friedrich Merz' Prognose infrage, wonach 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden. Aktuell leben rund 944.000 syrische Staatsbürger im Land, die meisten von ihnen vor dem Bürgerkrieg geflohen. Forscher warnen, dass eine Massenabwanderung die Wirtschaft schwächen und den demografischen Wandel beschleunigen könnte.

Über 700.000 Syrer kamen nach Deutschland, nachdem sie dem Konflikt in ihrem Heimatland entkommen waren. Viele von ihnen sind inzwischen in den Arbeitsmarkt integriert und tragen zu lokalen Branchen und öffentlichen Dienstleistungen bei. Ihre Eingliederung hat dazu beigetragen, den Fachkräftemangel in Schlüsselsektoren abzumildern.

Ökonomen argumentieren nun, dass der Verlust eines großen Teils dieser Bevölkerung die Produktionskapazität Deutschlands beeinträchtigen würde. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut betonte, dass Zuwanderung die demografischen Herausforderungen des Landes bereits verzögert habe. Ein plötzlicher Exodus, so seine Warnung, würde diese Fortschritte zunichtemachen.

Geraldine Dany-Knedlik vom DIW Berlin teilte diese Bedenken. Selbst eine teilweise Rückkehr der Syrer, erklärte sie, würde das ohnehin stagnierende Wirtschaftswachstum Deutschlands zusätzlich belasten. Bei einer schrumpfenden Zahl erwerbsfähiger Menschen könnten Unternehmen noch größere Probleme bei der Personalbeschaffung bekommen, und die öffentlichen Finanzen gerieten unter Druck.

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Die Warnungen folgen auf Merz' Behauptung, die Mehrheit der Syrer werde Deutschland bis 2027 verlassen. Führende Forschungsinstitute halten dies für unwahrscheinlich und verweisen auf die anhaltende Instabilität in Syrien sowie die tiefen Wurzeln, die viele Geflüchtete inzwischen in Deutschland geschlagen haben.

Eine großangelegte Abwanderung von Syrern würde die Erwerbsbevölkerung verringern und das Problem der alternden Bevölkerung in Deutschland verschärfen. Die wirtschaftlichen Folgen wären wahrscheinlich in allen Branchen spürbar, die bereits jetzt mit Personalengpässen kämpfen. Experten sind sich einig, dass Integration – und nicht Rückführung – für langfristige Stabilität entscheidend bleibt.

Quelle