WM-Vorbereitung der DFB-Elf: Nagelsmanns Taktik und Abwehrprobleme sorgen für Kritik
Mila VoigtWM-Vorbereitung der DFB-Elf: Nagelsmanns Taktik und Abwehrprobleme sorgen für Kritik
Deutschlands Vorbereitung auf die WM 2026 gerät ins Stocken
Die Vorbereitungen der deutschen Nationalmannschaft auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 haben nach zwei wenig überzeugenden Testspielen einen Dämpfer erhalten. Trotz sechs Toren in den Partien gegen die Schweiz und Ghana überlagerten defensive Schwächen und taktische Fragezeichen die Leistungen des Teams. Bundestrainer Julian Nagelsmann sieht sich zunehmend mit Kritik an der Form und Aufstellung seiner Mannschaft konfrontiert.
Das erste Testspiel gegen die Schweiz endete zwar mit einem 4:2-Sieg, doch die Abwehr wirkte brüchig. Drei von sieben Torabschlüssen der Eidgenossen landeten im Netz – ein deutliches Zeichen für die Lücken in der Defensive. Ein fehlerhafter Pass von Nico Schlotterbeck bescherte dem Gegner sogar eine Torchance und unterstrich die Probleme des Teams im Ballbesitz.
Gegen Ghana setzten sich die Schwierigkeiten fort. Zwar sicherte sich Deutschland mit einem 2:1 einen knappen Sieg, doch abermals kassierte die Mannschaft ein Tor – diesmal gegen eine Elf, die kaum offensive Ambitionen zeigte. Deniz Undav, der als Einwechselspieler in der Schlussphase den Siegtreffer erzielte, befeuerte erneut die Diskussion um Nagelsmanns Stürmerauswahl. In den letzten Spielen bildeten Kai Havertz und Niclas Woltemade die Offensive, doch Undavs Wirkung von der Bank wirft Fragen nach der Startelf auf.
Auch Nagelsmanns starre Taktik steht in der Kritik. Joshua Kimmich, eigentlich als Mittelfeldregisseur gesetzt, wurde auf der rechten Abwehrseite eingesetzt – eine Entscheidung, die sowohl die Defensive als auch die Kreativität schwächte. Trotz Forderungen nach Anpassungen bleibt der Trainer bei seiner Linienaufstellung, was einige Spieler in ungewohnte Rollen zwingt. Gleichzeitig überzeugten Einzelspieler wie Florian Wirtz, Antonio Rüdiger, Jamal Musiala und Lennart Karl mit starken Leistungen, doch ihre Bemühungen mündeten bisher nicht in konstante Ergebnisse.
Für zusätzlichen Ärger sorgte nach dem Ghana-Spiel Schiedsrichter Stuart Attwell, der Deutschland ein umstrittenes Handelfmeter zuerkannte. Attwell hatte bereits im Viertelfinale der EM 2024 eine ähnliche Situation übersehen, was die Frustration über inkonsistente Schiedsrichterleistungen weiter schürte. Nagelsmann selbst räumte ein, dass andere Nationen mittlerweile als klarere Favoriten für die WM gelten – ein Eingeständnis der enttäuschenden Auftritte seines Teams.
Die durchwachsenen Ergebnisse in den Testspielen haben die Sorgen vor dem Turnier kaum zerstreut. Mit defensiven Fehlern, taktischen Debatten und Nagelsmanns Beharrlichkeit im Fokus muss die Mannschaft ihre Schwächen schnell beheben. Beim anstehenden Turnier wird sie deutlich bessere Leistungen abrufen müssen, um mit den weltbesten Teams mithalten zu können.






