Frauen prägen die Apothekenbranche – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Emil Lange
Emil Lange
2 Min.
Ein Apotheker in einem weißen Kittel spricht mit einer sitzenden Frau in einer Apotheke, mit Regalen voller Schachteln und anderen Gegenständen dahinter.Emil Lange

Frauen prägen die Apothekenbranche – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Frauen dominieren den Apotalsektor – doch Lohnungleichheit und Care-Arbeit bleiben ungelöst

In Deutschlands Apotalbranche arbeiten überwiegende Frauen – doch sie kämpfen weiterhin mit deutlichen Gehaltsunterschieden und einer ungleichen Verteilung der Pflegeverantwortung im Privaten. Aktuelle Zahlen zeigen: Fast neun von zehn Beschäftigten in Apotheken sind weiblich, von Auszubildenden bis zu approbierten Apothekerinnen. Trotz ihrer starken Präsenz im Berufsleben stemmen viele von ihnen anspruchsvolle Jobs und gleichzeitig unbezahltes Engagement wie Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen.

Laut den neuesten Daten des Deutschen Apothekerverbands (ABDA) sind 89,2 Prozent aller Arbeitsplätze in deutschen Apotheken mit Frauen besetzt. Noch deutlicher ist der Trend bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA): Hier liegen die Frauenanteile bei 96,6 bzw. 97,5 Prozent. Auch in der Ausbildung sind Frauen in der Überzahl – 74,8 Prozent der Pharmaziestudierenden im Praktikum (Pharmazeuten im Praktikum, PiP) sind weiblich, ebenso wie 74,1 Prozent der voll approbierten Apothekerinnen.

In ganz Deutschland gibt es rund 19.200 öffentliche Apotheken, mit besonders hoher Dichte in Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen – Bundesländern, in denen mehr als 30 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sind. Gerade diese Regionen sind stark auf Apothekenpersonal angewiesen, das zu einem Großteil aus Frauen besteht, die Beruf und Fürsorgeaufgaben unter einen Hut bringen müssen.

Doch trotz ihrer dominierenden Rolle im Sektor verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer bei vergleichbarer Arbeit – ein Lohngefälle von etwa 16 Prozent. Die Diskrepanz bleibt bestehen, obwohl die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen lauter werden, etwa nach flexibleren Arbeitszeiten, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können. Fachleute und Aktivistinnen fordern, dass die Politik das Recht auf Teilzeitarbeit ohne Nachteile stärken und Pflegezeiten stärker in der Rentenberechnung berücksichtigen muss.

Zuhause tragen Frauen nach wie vor den Löwenanteil der unbezahlten Arbeit: Sie übernehmen etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung, verbringen deutlich mehr Zeit mit Haushaltstätigkeiten und stemmen den Großteil der Pflege von älteren Angehörigen.

Die Apothekenbranche macht deutlich, wie unverzichtbar Frauen für das Gesundheitswesen sind – und welche Herausforderungen sie weiterhin bewältigen müssen. Da fast alle PTA und PKA weiblich sind, hängt die Stabilität des Sektors maßgeblich von ihrer Arbeitskraft ab. Doch geringere Löhne und die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit bleiben ungelöste Probleme. Um hier Fortschritte zu erzielen, wären stärkere politische Maßnahmen nötig: faire Bezahlung, flexible Arbeitsmodelle und die Anerkennung unbezahlter Pflegeleistungen in den Sozialsystemen.

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