St. Gallen streicht Tempo-30-Zonen – doch Lärm und Proteste bleiben
St. Gallen streicht Tempo-30-Zonen – doch Lärm und Proteste bleiben
Kanton St. Gallen überdenkt Tempo-30-Zonen zur Lärmbekämpfung
Nach der Einführung von Tempo-30-Zonen Anfang 2024 überarbeitet der Kanton St. Gallen seinen Ansatz zur Reduzierung von Verkehrslärm. Ein neuer Gesetzesvorstoß zielt darauf ab, solche Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Hauptverkehrsstraßen zu verbieten – und löst damit eine Debatte unter lokalen Politikern und Anwohnern aus. Der Schritt folgt auf zwei Jahre Monitoring, das in den betroffenen Gebieten einen spürbaren Rückgang der Durchschnittsgeschwindigkeiten zeigte.
Seit der schrittweisen Einführung der Tempo-30-Zonen in Teilen des Kantons sind die durchschnittlichen Geschwindigkeiten auf den betreffenden Hauptstraßen laut Angaben der kantonalen Polizei und Verkehrsbehörden um 5 bis 8 km/h gesunken. Trotz dieses Erfolgs hat der Kantonsrat nun in erster Lesung ein Gesetz verabschiedet, das neue Zonen dieser Art blockieren würde. Bis zur zweiten Lesung und endgültigen Verabschiedung gilt bereits ein Moratorium.
Widerstand kommt aus mehreren Gemeinden, darunter Sargans, das beim Bau- und Umweltdepartement offiziell Beschwerde eingelegt hat. Auch die Bürgermeister von Lichtensteig und Sargans kritisieren das Verbot und verweisen auf Petitionen von Bürgern, die niedrigere Tempolimits aus Gründen der Sicherheit und Lärmminderung befürworten.
Statt auf Geschwindigkeitsreduktionen zu setzen, prüfen die Verantwortlichen Alternativen wie lärmarme Beläge und Schallschutzmauern. Versuche mit porösen Fahrbahnoberflächen, die den Reifenlärm verringern sollen, brachten bisher gemischte Ergebnisse. Allerdings sind diese Materialien teurer – sie kosten 15 bis 25 Prozent mehr als Standardbeläge – und nutzen sich schneller ab.
In Rapperswil fordern lokale Politiker Klarheit darüber, wie der Kanton den Lärmschutz ohne Tempolimits durchsetzen will. Ein separater Vorstoß verlangt nun vollständige Transparenz über die finanziellen Folgen eines Verzichts auf Tempo-30-Zonen. Die übergeordnete Verkehrsstrategie 2040 des Kantons, die unter anderem einen Stadttunnel und weitere Verkehrsmaßnahmen vorsieht, verkompliziert die laufenden Diskussionen zusätzlich.
Das geplante Verbot von Tempo-30-Zonen muss noch weitere Prüfungen durchlaufen, bevor es in Kraft tritt. Falls es verabschiedet wird, müsste der Kanton in alternative Lärmminderungsmethoden investieren – trotz deren höherer Kosten und ungewisser Langzeitwirkung. Die Entscheidung wird die Verkehrspolitik in St. Gallen auf Jahre hinaus prägen.
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